"An diesem Tag lernte ich etwas Grundsätzliches: Man kann sich nur solange selbst bemitleiden, wie die eigenen Probleme noch erträglich sind...
... ist diese Grenze einmal überschritten, ist Lachen die einzige Möglichkeit, das Unerträgliche erträglich zu machen."

(Marjane Satrapi, "Persepolis")


Worum es geht

oh bitte... ja.... knicks.......
oh bitte... ja.... knicks.... ach was: hofknicks
rosmarin - 26. Jan, 00:00
Knipser eingepackt...
... mal schauen, ob das morgen klappt:-)
svashtara - 24. Jan, 14:23
das nächste mal...
das nächste mal beim babyschwimmen bitte von dem...
Bermejo - 22. Jan, 08:42
Babyschwimmen
Das Tolle an Babys ist, dass sie immer alles zum ersten...
svashtara - 18. Jan, 16:24
babyschwimmen ist was...
babyschwimmen ist was feines! aus dem übergroßen...
la-mamma - 12. Jan, 16:49
Alltagswahnsinn
Langsam, ganz langsam komme ich wieder dazu, mein Haupt...
svashtara - 12. Jan, 16:35
Genau!
07.Januar... herzlichen Dank! Und in zwei Tagen wäre...
svashtara - 12. Jan, 16:22

pippiwiwi
(1980)

Es ist nicht die Erinnerung, die uns ängstigt, wenn wir in stillen Nächten in unsere Vergangenheit schauen, sondern die Erkenntnis, wie wir überleben konnten und was aus uns geworden ist.

femineca
(2007)

logo1
(2010)

Mittwoch, 18. Januar 2012

Babyschwimmen

Das Tolle an Babys ist, dass sie immer alles zum ersten Mal erleben. Heute war also Babyschwimmen dran. Mein kleiner Frosch war - mal wieder - der Benjamin der Truppe. Nicht vom Alter, sondern vom Gewicht her. Folglich war auch er derjenige, dessen Arme erst rot und dann blau wurden. Und außerdem zitterte er in dem 32 Grad warmen Wasser vor Kälte. Trotzdem war er auch derjenige, der am wenigsten geweint hat, als ich ihn umgezogen hatte, vermutlich, weil ihm dann ja wieder warm genug war...
Ein Quell ewiger Freude, der kleine Frosch, der heute genau 12 Wochen alt wird. Das ergibt einen neuerlichen Wachstumsschub, der mich nachts alle zwei Stunden aus dem Schlaf reißt. Wenn er einen dann aber breit anlacht, ist die Müdigkeit zumindest kurzfristig komplett vergessen.
Komisch ist das. Da lebt man vierzig Jahre Leben alleine und nur für sich verantwortlich. Und dann verändert so ein kleiner Frosch alles. Und plötzlich scheint es diese vierzig Jahre Leben nicht gegeben zu haben, als sei man immer nur Aleksandars Mutter gewesen. Ich komme zu nichts mehr. Nur noch dazu, Mama zu sein. Strampler waschen, rein biologisch natürlich, Gästezimmer aufräumen, Wickeln, Stillen, Schuckeln.
Und auch jetzt knöttert er wieder... Pause um, weiter gehts :-)

Donnerstag, 12. Januar 2012

Alltagswahnsinn

Langsam, ganz langsam komme ich wieder dazu, mein Haupt zu heben und um mich herum zu schauen. Und was sehe ich da? Die deutsch-französische Freundschaft hat einen neuen Namen: "Merkozy" (ja, das glaube ich, dass das Rechtschreibeprogramm das Wort nicht kennt...!). War ja klar, dass das irgendwann einmal kommen musste. Dabei fand ich Brangelina schon so unerträglich albern...
Der Januar lässt sich trüb und feucht an, und ich bedauere ein wenig, ein Winterkind zu haben. Es ist nicht schön, wenn man auf die Welt kommt und friert. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Dafür ist der Kleine auch extrem abgehärtet. Beim Wickeln oder Umziehen klappert er mit den zahnlosen Kiefern, schreit aber nicht. Ein Winterkind. In einer Woche beginnen wir mit dem Babyschwimmen, dann wird aus dem Winterkind ein Wasserkind.
Babyschwimmen ist eines der wenigen Dinge, die ich mir aus dem übergroßen Angebot herausgesucht habe. Was es alles gibt für Babys und Kleinkinder. Unglaublich, wie wir alle ohne Pekip, Pickler, Schmetterlingsmassagen, Eltern-Kind-Yoga oder Krabbelbabbel groß werden konnten. Jedenfalls war ich heute im Babyfachmarkt, um einige Kleinigkeiten zu besorgen, was eigentlich immer auf die Überziehung meines Dispokredits hinausläuft. Und auch hier: Wie konnten wir nur ohne Babybjörn, Hartan, Bondolino, Chicco oder Esprit überhaupt groß werden? Andererseits ist es auch keine Frage mehr, wie wir groß geworden sind. Viel wesentlicher ist doch die Frage, was uns dann wieder klein gekriegt hat...

Samstag, 7. Januar 2012

Frohe Weihnachten

Мир божји, Христос се роди!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

VIERZIG

Sie klingt wie eine Kampfansage, die Vierzig, und doch habe ich mich die letzten Jahre auf sie gefreut. Eine Frau in den Vierzigern hat die meiste Kraft, die größte Ausstrahlung, die umwerfendste Schönheit, die von Innen kommt. Und während mein Kleiner im Bondolino vor sich hindöst, hier der mir versprochene Jahresrückblick über das Jahr, das mein Leben völlig verändert hat.
Als könnte die Zeit ein Leben verändern. Das kann sie nicht. Man selbst ändert sein Leben, und dafür braucht es manchmal ganz viel Zeit. Deshalb beginnt der Jahresrückblick auch einige Tage vor dem eigentlichen Jahr, nämlich am ersten Weihnachtstag 2010.
An diesem Tag bin ich aus dem Haus in Köln ausgezogen. Tage zuvor hatte mein Bein sehr wehgetan, ich fühlte mich unwohl zwischen den wenigen Tüten und Kisten, die ich so eilig zusammengepackt hatte, als würde ich aus dem Haus fliehen müssen. Der Heiligabend war der wohl fürchterlichste überhaupt. Ich ging früh ins Bett, spürte den Schmerzen in meinem Bein nach und flüsterte ihnen zu, dass sie mich überhaupt nicht beeindrucken würden. Nicht einmal ein klitzekleines Bisschen. Sie würden mich nicht aufhalten. Ich würde morgen früh ausziehen. Nach 39 Jahren mit der gleichen Telefonnummer.
Geplant war Folgendes:
Das Haus sollte im ersten Quartal vollständig saniert werden, danach vermietet, von der Miete wollte ich mich in einem neuen Zuhause einmieten.
Soweit der Plan.
Am ersten Weihnachtsmorgen saß ich zwischen einigen Tüten mit meinen privaten Sachen in einem Haus, das nicht mehr zu mir gehörte. Die Möblierung stand zwar noch, aber ich wollte nichts davon mitnehmen in mein neues Leben. Tatsächlich bin ich aus dem Haus mit zwei Kartons, einem Koffer und einer Tasche gezogen. Alles, was ich aus meinem alten Leben in mein neues mitnehmen wollte, passte auf den Rücksitz des Einser BMW.
Draußen herrschte das Schneechaos des Jahrzehnts. Der Wagen blieb im Schneematsch stecken. Auch das konnte mich nicht beeindrucken. Mit viel Mühe und einer Schaufel schaufelte ich mich frei.
Mein Umzug, den ich seit über dreißig Jahren herbeigesehnt und seit mehr als zwanzig geplant hatte, ging ganz leise über die Bühne. Ohne große Wagen, ohne sperrige Möbel, ohne das erwartete Gefühl der enormen Erleichterung.
Meine neue Bleibe war ein Gästezimmer mit einem Bett, einem Stuhl und einer Kommode. Ein kleiner Schreibtisch stand auch noch da. Diese Enge war ich nicht gewohnt. Die Fremde auch nicht. Und die Angst vor dem, was kommen würde, nachdem ich das verlassen hatte, was mein Leben lang Gefängnis und Sicherheitszone zugleich gewesen war, stieg.
Neujahr 2011 verbrachte ich in einem fremden Haus, starrte durch das Dachfenster in einen Himmel voller Feuerwerk und schlief irgendwann darüber ein.
Januar
Eigentlich sollten die Arbeiten am Haus schon begonnen haben. Aber den gesamten Januar über meldet sich niemand der Arbeiter im Haus. Der Bauleiter ist telefonisch nicht zu erreichen und mir liegen die versprochenen Kostenvoranschläge nicht vor. Einmal die Woche fahre ich nach Rodenkirchen, um die Post abuzholen und nach dem Rechten zu sehen. Das Haus wirkt verlassen, die Möbel stauben zu. Leise meldet sich Verzweiflung, ob mein Plan tatsächlich aufgehen würde. Und die Angst, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben.
Februar
Immer noch kein Vorankommen in Köln. Immer noch kein Einleben im Gästezimmer. Und immer noch die Angst. Sie treibt mich für wenige Tage zurück in das leere Haus. Es ist nicht mehr meines, es ist leer und kalt und trotzdem fühlt sich nach zwei Monaten Enge im Gästezimmer die Weite des leeren Hauses merkwürdig gut an. Nach einer Woche Kälte und Leere kehre ich geschlagen ins Gästezimmer zurück.
Als Ende Februar meine Menstruation ausbleibt, denke ich an Menopause. Keinesfalls daran, schwanger zu sein. Ich mache einen Termin beim Frauenarzt.
März
In Köln tut sich immer noch nichts. Ich fahre nach wie vor einmal die Woche hin, leere die Reklame aus dem Briefkasten und höre den AB ab (hehe, sieht gut aus!).
Der Termin beim Frauenarzt verläuft anders. Ich bin verwirrt. Freue mich, habe Bedenken, freue mich wieder, bin verwirrt.
April
In Köln stelle ich fest, dass der Bauleiter zwar noch nichts getan, dafür aber meine Möbel verkauft hat.
Am Karfreitag ist die zwölfte Woche um. Aber bevor ich jemandem davon erzählen kann, bekomme ich heftige Sturzblutungen. Mit Blaulicht werde ich ins Krankenhaus gebracht. Nicht in Köln. In Holland. Genauer gesagt in Goes. Das liegt am Meer. Ich wollte Ostern dort verbringen. Der Notarzt spricht von „missed abortion“, mit ist schlecht vor Angst. Im Krankenhaus dann die Erleichterung. Baby geht es gut, verantwortlich für die Blutung ist ein massives Hämatom am unteren Rand der Plazenta. Ich beschließe, nach Hause zurückzufahren und dort in die Klinik zu gehen. Fünf Stunden Autofahrt, gegen Mitternacht bin ich da. Für mich beginnt die Zeit des Liegens.
Mai
Ich liege den gesamten, endlosen Mai durch. Telefonate werden geführt. Unter anderem verlange ich, den Erlös aus dem unrechtmäßigen Verkauf der Möbel. Ich gehe davon aus, dass das klar ist. Und warte auf die im Dezember bereits fälligen Kostenvoranschläge.
Juni
Der Sommer lässt sich lau an. Das Wetter ist überall mies, ich vermisse Losinj, weiß aber, dass ich nicht hinfahren kann. Mitte des Monats stehe ich endlich wieder auf. Mein süßes Geheimnis behalte ich aber für mich. Zu heftig war der Schock im April.
Juli
Ich habe keine Lust mehr, auf die Kostenvoranschläge zu warten und spreche dem Bauleiter meine Kündigung aus. Im Kündigungsschreiben erwähne ich, dass er mir nach wie vor den Erlös aus dem Verkauf meiner Möbel schuldet. Ende des Monats kommt eine Antwort: Das Geld will er behalten, darüber hinaus will er Geld von mir. Wofür, bleibt unklar. Ich beschließe, dass das ein Fall für meinen Anwalt ist. Im Schreiben weisen wir seinen Anspruch zurück und stellen in Aussicht, auf den unseren zu verzichten, weil ich keine Lust habe, meinen kleinen Jungen in einem Gerichtssaal zur Welt zu bringen. Die Antwort lässt auf sich warten. Köln bleibt immer noch liegen. Ich wohne immer noch im Gästezimmer.
August
Immer noch keine Antwort. Immer noch leeres Köln. Zweifel. Immer noch Gästezimmer. Dafür ein neuer Frauenarzt, Feindiagnostik und das Aussuchen des passenden Krankenhauses. Eine nette Hebamme. Und ein wenig überzeugender Geburtsvorbereitungskurs. Wir summen und singen, wir atmen ein und aus, wir schieben unser Becken vor und zurück. Ich fühle mich unvorbereitet. Bis November ist es noch eine halbe Ewigkeit.
Dafür gibt es gegen Ende des Monats eine nette Wendung im Fall Köln. Ich habe einen neuen Bauleiter.
September
Wie es der Zufall will, beginnen die Arbeiten am Haus am sechsten Todestag meiner Mama. Der neue Bauleiter macht keine Faxen. Innerhalb einer Woche ist das Haus halb eingerissen. Acht Container Schutt sind bereits abtransportiert, als ich es wiedersehe.
Langsam, ganz langsam wird mir klar, dass ich vor der Geburt nicht mehr in eine neue Wohnung umziehen, geschweige denn, sie komplett neu einrichten werde. (Wir erinnern uns, ich habe ja keine Möbel mehr!) Ich beginne, das Gästezimmer um ein Babybett und eine Kommode für Kinderklamotten zu erweitern.
Oktober
Bei einer Routineuntersuchung stellt man fest, dass mein Blutbild immer schlechter wird. Stationärer Aufenthalt, ambulanter Aufenthalt, alle vier Stunden ein CTG, schließlich entscheidet man sich Ende Oktober doch, die Geburt einzuleiten. Morgens um sieben trete ich mit Wehen im Kreißsaal an, wissend, dass sich alles ändern wird, wenn ich ihn wieder verlasse. Die ersten beiden Stunden verschlafe ich. Frühstück im Kreißsaal. Gegen Eins dann platzt die Fruchtblase. Drei Presswehen später liegt mein größtes Glück auf meinem Bauch und schreit. Wir sind beide erschöpft, aber wohlauf und glücklich.
November
Das HELLP Syndrom erwischt mich nach der Geburt. Hoher Blutdruck, Venenentzündung, dicke Beine, Übelkeit, Migräne, Erbrechen. Der erste Monat ist höllisch anstrengend. Aleksandar kann nicht richtig saugen, weil ihm die Kraft fehlt. Die Tage vergehen in Gleichförmigkeit. Stillen, Wickeln, Schuckeln, Abpumpen, Zufüttern, Stillen, Wickeln, Schuckeln, Abpumpen, Zufüttern. Das Haus in Köln ist vergessen, ich kann nur hoffen, dass die Arbeiten dort weitergehen. Ich selber bin tagelang ungeduscht und im Schlafanzug. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang. Stillen, Wickeln, Schuckeln, Abpumpen, Zufüttern.
Dezember
Langsam wird es besser. Die Stillberaterin hilft uns und mittlerweile bin ich stolz vollstillend. Mein Sohn hat zwei Kilo zugenommen und gedeiht prächtig. Das Babybett dient als Wickeltisch, denn Aleksandar schläft ohnehin bei mir. (Genaugenommen schläft er auf mir... !)
Der erste Bauleiter meldet sich nach langer Zeit wieder. Er hat sich auch einen Anwalt genommen und droht nun mit Klage, wenn ich ihm sein Honorar nicht zahle. Ich nehme es mit nie gekanntem Gleichmut und reagiere erstmal gar nicht. Schließlich habe ich ein Kind geboren, es ist mir fürchterlich egal, was so ein Funzelmann glaubt kamellen zu müssen.

Das Jahr neigt sich seinem Ende zu. Erstes Weihnachten mit Fröschchen. Am zweiten Weihnachtstag bin ich ein Jahr aus Köln raus und im Gästezimmer. Wenn ich zurückblicke, wird mir klar, dass ich mich richtig entschieden habe. Ich habe alles aus der Hand gegeben, um etwas Neues empfangen zu können.
Gestern bin ich Vierzig geworden.
Sie klingt wie eine Kampfansage, die Vierzig. Ich habe viel vor im nächsten Jahr. Ich werde die Renovierungsarbeiten in Köln im Auge behalten. Ich werde mir eine neue Wohnung suchen und ein Nest bauen für meinen Sohn. Mich in meiner neuen Rolle finden. Ich werde stärker werden. Strahlend. Schön.
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"No problem can be solved from the same level of consciousness that created it."

Albert Einstein


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