ist mein Vater gestorben. Ich war auf dem Friedhof, mit Femchen, obwohl das nicht gerne gesehen wird, aber das war mir egal. Hab eine Kerze angezündet, ein wenig da gesessen. Gleich rufe ich noch die einzigen lebenden Verwandten von ihm an. Und dann mach ich ne Pulle Wein auf.
svashtara - 9. Mai, 20:54
diesen Beitrag mit Mittwochmorgen zu überschreiben. Obwohl das ja genau zutreffen würde.
Meine gestrige Ikea-Ausbeute sprengt alle Grenzen des bisher gekannten. Langsam könnten die mich wirklich zum Superkunden machen. Netterweise lieferte mir die Gesellschaft gleich heute morgen das neue Bett, den neuen Schrank und die neue Kommode, während ich gestern Bettwäsche, Vorhänge, Teelichthalter, Kerzen, Bilder und Rahmen, Regalböden, Sitzkissen, Lampen und diversen anderen Kleinkram gleich mitgenommen habe.
Dass man Dinge kaufen kann, musste ich erst mal lernen. Ich glaube, das liegt uns irgendwie in den Genen, nach so vielen Jahren Misswirtschaft. Langsam gewöhne ich mich dran, meine Socken nicht zu stopfen, sondern einfach neue zu kaufen, wenn die alten einem schweizer Käse in mehrfacher Hinsicht immer ähnlicher werden.
Eigentlich blogge ich auch nur, weil mich eine gewisse lähmende Langeweile erfasst hat. Das ist selten. Meistens tritt Langeweile nur dann auf, wenn ich enorm viel zu tun habe und nicht genau weiß, wo ich anfangen soll. Meine Liste ist lang und länger, nicht nur, dass ich die Möbel aufbauen sollte, ich muss noch eine Geschichte schreiben, die seit Tagen schon meinen Kopf verstopft und endlich rauswill, ich sollte heute ins Büro fahren, zwei Hunde versorgen und auspowern, die Wäsche will gebügelt werden, das Auto braucht mal wieder eine Grundreinigung, ach, und davon, dass ich ja auch langsam mal packen sollte, will ich gar nicht erst reden. Ich bin überfordert.
Wenn es ein Gefühl gibt, das ich sehr genau kenne, dann ist das die Überforderung. Neben der Angst und der Sehnsucht fühle ich kaum was anderes. Manchmal, seltener, Liebe, und in wenigen kurzen Augenblicken auch Zufriedenheit. Eigentlich keine schlechte Ausbeute für ein Leben. Könnte schlimmer sein. Trotzdem, das letzte crazy thing habe ich seit Jahren schon nicht mehr done. Ich werde alt, ich überrasche mich nicht mehr wirklich.
Wie dem auch sei, ich will nicht undankbar erscheinen. In einigen Tagen bin ich hier weg, dann jubele ich auf dem Songcontest Deutschland zu, das ist bei mir immer so, ich entwickle das Gefühl für Heimat immer zu demjenigen Land, in dem ich mich gerade nicht befinde.
Und dann, einige Tage weiter, werde ich in kräftigen Zügen durch die Adria schwimmen.
svashtara - 7. Mai, 09:42
Nachdem ich gestern meine Bude am liebsten wieder abgerissen und mich unter dem Bauschutt begraben hätte, bringt der frühe Morgen wieder ein bisschen Licht in das Dunkel meiner Lebensplanung. Nicht, dass ich wüsste, wohin ich marschiere, aber das muss ich auch nicht immer wissen.
Gestern meldete sich überraschend ein alter Freund aus Grünland, das ist jetzt bestimmt sieben Jahre her, eine Ewigkeit im Internet. Diese ganze Nickname-rei hat den Nachteil, dass man sich nach so langer Zeit an die echten Namen gar nicht mehr erinnern kann. Das liegt auch daran, dass ich konsequenterweise den Nick weiterbenutze, selbst wenn ich den richtigen Namen kenne. Weil der Nick derjenige Name ist, den man sich selbst gegeben hat, mit dem man sich also irgendwie auch identifiziert. (Ähem - na ja, für svashtara gilt das jetzt nicht wirklich, aber auf willow reagiere ich tatsächlich immer noch).
Tja, und in einigen Tagen bin ich dann wieder fott! Erst in Belgrad auf dem ESC und dann auf Losinj. Sorgen macht mir im Augenblick noch die Berichterstattung vom ESC, ich bräuchte ein Internet Café irgendwo in meiner Nähe, weil ich von meiner Wohnung aus nicht bloggen kann.
Sollte ich das aber finden, so kann ich von allen Events rund um den ESC bloggen, denn ich bin bei allen Proben und Halbfinalen dabei. Und natürlich dem Finale.
Meine Cousine, mit der ich gestern telefonierte, sagte übrigens, sie sähe jetzt nicht wirklich, dass Belgrad sich auf das Event vorbereitet. Das Stadtbild habe sich überhaupt nicht verändert, lediglich die Arena wird vorbereitet. Macht nichts, Belgrad ist auch so eine geile Stadt.
Mit Key habe ich dann gestern noch eine Fernreise geplant. Natürlich nur hypothetisch, real ist das weder für sie noch für mich drin, weil, irgendwann sollte ich auch mal wieder zur Arbeit erscheinen. Dabei fiel uns auf, dass wir in manche Länder nicht reisen würden. Wir haben einfach Angst. Und Vorurteile. Und dann dachte ich, dass viele sich auch nicht nach Belgrad trauen würden. Weil sie einfach Angst haben. Oder Vorurteile. Oder beides.
Was ist sonst noch passiert?
Mein Garten grünt, wuchert, wächst zu. Gartenarbeit ist anstrengend, deshalb lasse ich Femi sie erledigen. Die buddelt leidenschaftlich den Kanal wieder auf, egal, wie sehr ich auch versuche, sie davon abzuhalten. Meine Terasse sieht aus wie Sau, eigentlich kann man hier gar nicht sitzen, ich tue es trotzdem und pfeife einfach drauf. Ich muss keinen englischen Rasen und Hyazinthen haben (obwohl die echt geil riechen).
svashtara - 5. Mai, 07:48
Vielleicht muss man manchmal nur die Hand ausstrecken und hoffen, dass irgendjemand sie schon ergreifen wird.
Vielleicht muss man einfach nur tun, was man tun muss, um ans Ziel zu gelangen.
Und vielleicht muss sich auch die Welt erst auf den Kopf stellen, damit die Dinge wieder in Ordnung kommen.
svashtara - 29. Apr, 01:34