Security Alarm
Manchmal habe ich gar keine Lust mehr auf das Internet. Zum einen, weil man da Dinge erfährt, die man lieber nicht erfahren hätte.
Dass kleine Wasserasseln in unseren Trinkwasserleitungen hausen, zum Beispiel. Dort in den Rohren hocken und in unser Trinkwasser koten. Und dort auch sterben und ihre kleinen Leichen dann in meiner Teetasse landen. Da tröstet es auch nicht, dass mir von mehr oder weniger offizieller Seite versichert wird, die kleinen Viecher könnten ihre Kratzwürmer nicht auf mich übertragen. Ich will sie einfach nicht in meiner Minestrone!
Oder dass Michael Jackson unter Lupus litt, zum Beispiel. Und außerdem seine starken Medikamente einfach die Toilette heruntergespült hat. Was dann wiederum garantiert über den Ozean in unsere Trinkwasserleitungen gelangt ist und so zur Vermehrung der Wasserasseln beigetragen haben muss, weshalb sie jetzt in meinem Soda Maxx schwimmen.
Aber nicht nur die Flut solcher Nachrichten macht mich unlustig auf das WWW. Ich habe schon wieder eine Infection im PC, wie mein Security System zu berichten weiß. Welche, teilt mir das System natürlich nicht mit, aber ständig poppen irgendwelche Warnungen auf, die mir versichern, meine persönlichen Daten seien quer über den Kontinent gewandert und längst in der Mongolei angekommen, wo sie von findigen Mongolen bereits für 1000 Mongolische Tögrog auf dem Cyberschwarzmarkt verkauft worden sind.
Wo ich mir diese Infection kassiert habe? Keine Ahnung. Fest steht, dass es offensichtlich eine lange Reihe von Infections, Viren und Spywares gibt, mit denen mein Security Center Tag für Tag kämpft. Und dass ich bereits auf das praktische Onlinebanking - Angebot verzichtet habe, nachdem die Bank mich mehrfach angerufen hat, um mich zu fragen, was meine persönlichen Daten eigentlich auf einem Server in Bangkok suchen.
Ich finde, dass ein solch anfälliges System eigentlich nicht einen so großen Teil meiner Aufmerksamkeit verdient hat. Zumal das Internet wirklich das Sammelbecken für Betrüger, Kriminelle und völlig Durchgeknallte zu sein scheint.
Wenn man sich immer wieder fragen muss, wie sicher man im Netz eigentlich ist, in einem virtuellen Raum, der eigentlich nicht einmal existiert, ein künstliches Gebilde aus binären Verschlüsselungen, dann muss man dem anachronistischen Papier doch den Vorzug geben.
Ich jedenfalls war heute im Buchladen meines Vertrauens und bin glücklich mit meinem Einkauf. Und den PC fahre ich jetzt erst einmal runter. Mit Infection. Stört mich nicht. Etwas, das infiziert ist, kann man ja nicht noch einmal infizieren. Man findet mich, lesenderweise, auf der Couch.
Dass kleine Wasserasseln in unseren Trinkwasserleitungen hausen, zum Beispiel. Dort in den Rohren hocken und in unser Trinkwasser koten. Und dort auch sterben und ihre kleinen Leichen dann in meiner Teetasse landen. Da tröstet es auch nicht, dass mir von mehr oder weniger offizieller Seite versichert wird, die kleinen Viecher könnten ihre Kratzwürmer nicht auf mich übertragen. Ich will sie einfach nicht in meiner Minestrone!
Oder dass Michael Jackson unter Lupus litt, zum Beispiel. Und außerdem seine starken Medikamente einfach die Toilette heruntergespült hat. Was dann wiederum garantiert über den Ozean in unsere Trinkwasserleitungen gelangt ist und so zur Vermehrung der Wasserasseln beigetragen haben muss, weshalb sie jetzt in meinem Soda Maxx schwimmen.
Aber nicht nur die Flut solcher Nachrichten macht mich unlustig auf das WWW. Ich habe schon wieder eine Infection im PC, wie mein Security System zu berichten weiß. Welche, teilt mir das System natürlich nicht mit, aber ständig poppen irgendwelche Warnungen auf, die mir versichern, meine persönlichen Daten seien quer über den Kontinent gewandert und längst in der Mongolei angekommen, wo sie von findigen Mongolen bereits für 1000 Mongolische Tögrog auf dem Cyberschwarzmarkt verkauft worden sind.
Wo ich mir diese Infection kassiert habe? Keine Ahnung. Fest steht, dass es offensichtlich eine lange Reihe von Infections, Viren und Spywares gibt, mit denen mein Security Center Tag für Tag kämpft. Und dass ich bereits auf das praktische Onlinebanking - Angebot verzichtet habe, nachdem die Bank mich mehrfach angerufen hat, um mich zu fragen, was meine persönlichen Daten eigentlich auf einem Server in Bangkok suchen.
Ich finde, dass ein solch anfälliges System eigentlich nicht einen so großen Teil meiner Aufmerksamkeit verdient hat. Zumal das Internet wirklich das Sammelbecken für Betrüger, Kriminelle und völlig Durchgeknallte zu sein scheint.
Wenn man sich immer wieder fragen muss, wie sicher man im Netz eigentlich ist, in einem virtuellen Raum, der eigentlich nicht einmal existiert, ein künstliches Gebilde aus binären Verschlüsselungen, dann muss man dem anachronistischen Papier doch den Vorzug geben.
Ich jedenfalls war heute im Buchladen meines Vertrauens und bin glücklich mit meinem Einkauf. Und den PC fahre ich jetzt erst einmal runter. Mit Infection. Stört mich nicht. Etwas, das infiziert ist, kann man ja nicht noch einmal infizieren. Man findet mich, lesenderweise, auf der Couch.
svashtara - 9. Jul, 13:45




