Nicht tot
Offenbar ist es dem geneigten deutschen Leser auch egal, ob ich gestern Nacht in der Badewanne ertrunken bin oder nicht.
Ich bin nicht, aus der Schlafbadewanne ist nämlich nichts geworden. Nach einer Viertelstunde zog ich mich aus dem kühlen Nass und versuchte, meinen schockgefrorenen Organismus durch sanfte Massagen mit Lavendelöl wiederzubeleben. Das brachte gegen halb sechs Uhr dann schließlich den ersehnten Schlaf.
Der empfindlich gegen halb acht durch einen penetrant klingelnden Wecker gestört wurde. Normalerweise schalte ich den Wecker in solchen Nächten kommentarlos aus und verschiebe im Geiste alle Termine des Tages einfach auf den nächsten.
Jetzt habe ich einen geschrotteten Wecker, den ich heute früh vom Tisch gerissen habe, und einen kaputten Ventilator, den Femchen heute nachmittag irgendwann vom Tisch gerissen hat.
Femi, so habe ich übrigens mal nachgegoogelt, ist ein afrikanischer Name und bedeutet übersetzt "Liebe mich". Und wenn es einen Namen gibt, der zu diesem Hund wirklich passt, dann doch dieser.
Meiner hingegen bedeutet "Glückskind" oder auch "Stimme Gottes", und beides ist so entsetzlich unpassend, so unglaublich daneben, als würde das Schicksal mich absichtlich verspotten wollen, dass ich mir überlege, mich amtlich umzubenennen.
Wäre blöd, weil eine Namensänderung in Deutschland heftig teuer ist. In Serbien ist sie, soweit ich weiß, sogar völlig unmöglich. Was bleibt einem da anderes, als sich mit dem abzufinden, was man laut Namensgebung ist.
Ganz abgesehen davon, dass ich trotz Namensänderung immer noch genau wüsste, wie ich eigentlich heiße, auch wenn es nicht mehr in meinem Ausweis steht. Und außerdem stelle ich es mir schwierig vor, mich nach so vielen Jahren auf einen anderen Namen umzugewöhnen.
Und noch außerdem wird man dadurch, dass man seinen Namen ändert, nicht zwingend eine Andere. Das mag bei Madonna ja geklappt haben. Ich würde hingegen immer ich bleiben. Seinem Leben zu entkommen, ist ohnehin unmöglich. Ich weiß das, ich hab es auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen oft genug versucht.
Gestern Nacht durchblätterte ich twoday noch ein wenig, bevor ich in die Badewanne ging. Las einen Haufen sinnvoller und einen noch größeren Haufen sinnloser Cyberliteratur und stellte fest, dass meine Wahrnehmung von der Gesellschaft eine völlig verzerrte sein muss. Was sich da größter Beliebtheit freut, ist oft einfach nicht das meine.
Muss es ja auch nicht, dafür schreibe ich ja meinen eigenen Blog, und an dem kann ich mich dann freuen. An meinem umwerfenden Sinn für feinen Humor im Subtext, den syntaktischen Meisterleistungen meiner Metaphern, den kleinen Wahrheiten und Unwahrheiten, die ich unregelmäßig in meine Tagebuchaufzeichnungen streue, so dass ich einige Wochen später selbst nicht mehr weiß, was nun eigentlich stimmt und was ich mir lediglich ausgedacht habe.
Aber das macht es ja auch aus. Jemand anderes zu sein. Einen anderen Namen zu haben, eine andere Biografie zu beschreiben, ein anderes Leben zu heucheln.
Man kann sich selbst entkommen.
Sich in die Cyberwelt flüchten.
Wow, wie der Rasenmähermann.
Oder fast zumindest.
Ich bin nicht, aus der Schlafbadewanne ist nämlich nichts geworden. Nach einer Viertelstunde zog ich mich aus dem kühlen Nass und versuchte, meinen schockgefrorenen Organismus durch sanfte Massagen mit Lavendelöl wiederzubeleben. Das brachte gegen halb sechs Uhr dann schließlich den ersehnten Schlaf.
Der empfindlich gegen halb acht durch einen penetrant klingelnden Wecker gestört wurde. Normalerweise schalte ich den Wecker in solchen Nächten kommentarlos aus und verschiebe im Geiste alle Termine des Tages einfach auf den nächsten.
Jetzt habe ich einen geschrotteten Wecker, den ich heute früh vom Tisch gerissen habe, und einen kaputten Ventilator, den Femchen heute nachmittag irgendwann vom Tisch gerissen hat.
Femi, so habe ich übrigens mal nachgegoogelt, ist ein afrikanischer Name und bedeutet übersetzt "Liebe mich". Und wenn es einen Namen gibt, der zu diesem Hund wirklich passt, dann doch dieser.
Meiner hingegen bedeutet "Glückskind" oder auch "Stimme Gottes", und beides ist so entsetzlich unpassend, so unglaublich daneben, als würde das Schicksal mich absichtlich verspotten wollen, dass ich mir überlege, mich amtlich umzubenennen.
Wäre blöd, weil eine Namensänderung in Deutschland heftig teuer ist. In Serbien ist sie, soweit ich weiß, sogar völlig unmöglich. Was bleibt einem da anderes, als sich mit dem abzufinden, was man laut Namensgebung ist.
Ganz abgesehen davon, dass ich trotz Namensänderung immer noch genau wüsste, wie ich eigentlich heiße, auch wenn es nicht mehr in meinem Ausweis steht. Und außerdem stelle ich es mir schwierig vor, mich nach so vielen Jahren auf einen anderen Namen umzugewöhnen.
Und noch außerdem wird man dadurch, dass man seinen Namen ändert, nicht zwingend eine Andere. Das mag bei Madonna ja geklappt haben. Ich würde hingegen immer ich bleiben. Seinem Leben zu entkommen, ist ohnehin unmöglich. Ich weiß das, ich hab es auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen oft genug versucht.
Gestern Nacht durchblätterte ich twoday noch ein wenig, bevor ich in die Badewanne ging. Las einen Haufen sinnvoller und einen noch größeren Haufen sinnloser Cyberliteratur und stellte fest, dass meine Wahrnehmung von der Gesellschaft eine völlig verzerrte sein muss. Was sich da größter Beliebtheit freut, ist oft einfach nicht das meine.
Muss es ja auch nicht, dafür schreibe ich ja meinen eigenen Blog, und an dem kann ich mich dann freuen. An meinem umwerfenden Sinn für feinen Humor im Subtext, den syntaktischen Meisterleistungen meiner Metaphern, den kleinen Wahrheiten und Unwahrheiten, die ich unregelmäßig in meine Tagebuchaufzeichnungen streue, so dass ich einige Wochen später selbst nicht mehr weiß, was nun eigentlich stimmt und was ich mir lediglich ausgedacht habe.
Aber das macht es ja auch aus. Jemand anderes zu sein. Einen anderen Namen zu haben, eine andere Biografie zu beschreiben, ein anderes Leben zu heucheln.
Man kann sich selbst entkommen.
Sich in die Cyberwelt flüchten.
Wow, wie der Rasenmähermann.
Oder fast zumindest.
svashtara - 1. Jul, 22:51





Doch - es wäre schon schade, wenn Du in der Badewanne ertrunken wärst....
Bolje!
:-)